|
Kompetenzen, aber kein Diplom
Über die Wichtigkeit der Anerkennung non-formal und informell erworbener Kompetenzen
Download
Referat von Ruedi Winkler
Ruedi Winkler, Personal- und Organisationsentwickler und Präsident von Valida
Einen grossen Teil arbeitsmarktrelevanter Fähigkeiten (Untersuchungen sprechen von bis zu 70 Prozent) erlangen Menschen nicht in einer Ausbildung, sondern in unterschiedlichen Bereichen ihres Alltags: bei ihrer Arbeit, in Ehrenämtern, in der Familienbetreuung etc. Sie sind in der Regel in keinem Diplom repräsentiert und stellen in unserem System, das auf formale Qualifikationen grossen Wert legt, gewissermassen einen blinden Fleck dar. Dies schränkt den Zugang zum Arbeitsmarkt nicht bis wenig qualifizierter Personen zusätzlich ein.
Ruedi Winkler beschäftigt sich seit vielen Jahren eingehend mit dem Gedanken der Anerkennung von Kompetenzen. In seinem Referat stellt er dar, inwiefern es sowohl fürs Individuum als auch für Wirtschaft und Gesellschaft gewinnbringend ist, non-formal und informell erworbene Kompetenzen sichtbar zu machen. Und schliesslich wird er sich der folgenden Frage widmen: Wo stehen wir heute und wo wollen wir hin?
Chancen und Grenzen im System
Die Anerkennung von Kompetenzen im Rahmen arbeitsmarktlicher Massnahmen
Download
Referat von Flurina Samadeni
Flurina Semadeni, Gruppenleiterin Bildung und Beschäftigung, Ressort Arbeitsmarktmassnahmen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Eröffnen Verfahren zur Anerkennung von Kompetenzen neue, vielversprechende Möglichkeiten in der Arbeitsmarktintegration? Es sind in erster Linie kantonale Bedürfnisse, die sowohl die Entwicklung von Verfahren zur Anerkennung von Kompetenzen als auch die Wege, wie solche Verfahren im Rahmen arbeitsmarktlicher Massnahmen genutzt werden können, bestimmen. Diese beeinflussen wiederum die strategische Ausrichtung des Bundes in diesem Bereich.
Im Zentrum von Flurina Semadenis Referat stehen Möglichkeiten, wie unterschiedliche Verfahren zur Anerkennung von Kompetenzen zur erfolgreichen Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt genutzt werden können: Was sind mögliche Entwicklungen, die aus wirtschaftlicher Sicht wünschenswert sowie aus systemischer Sicht umsetzbar sind? Flurina Semadeni bietet einen Überblick über die Bestrebungen und Diskussionen, die zurzeit auf Bundesstufe laufen.
Beratung, Begleitung und Betreuung
Können niedrigqualifizierte Teilnehmende über die Validierung von Bildungsleistungen erfolgreich zum Berufsabschluss gelangen?
Download
Referat von Kaspar Senn
Kaspar Senn, Leiter Sektor Gesundheit, Natur und Kunst, Mittelschul- und Berufsbildungsamt Kanton Zürich
In einem Validierungsverfahren gelangen Personen mit Berufserfahrung zu einem eidgenössisch anerkannten Abschluss (EFZ), indem sie ihre berufsspezifischen Kompetenzen in einem Dossier nachweisen. Die Validierung von Bildungsleistungen ist ein anspruchsvoller Prozess, sie verlangt neben Berufskenntnissen viel Reflexions- und Ausdrucksfähigkeit. Die Teilnehmenden müssen vor dem Einstieg gut beraten und im Verfahren selbst begleitet werden.
Kaspar Senn bringt uns in seinem Referat die Angebote zur Beratung, Begleitung und Betreuung in den Validierungsverfahren für Fachangestellte Gesundheit und Fachmann/-frau Betreuung im Kanton Zürich näher. Er thematisiert dabei ebenfalls, inwiefern dieser Weg auch Stellensuchenden offen steht.
Das Kompetenzenportfolio im Kanton St. Gallen
Die Anerkennung von Kompetenzen als Chance für niedrigqualifizierte Stellensuchende
Download
Referat von Doris Schaffhauser
Doris Schaffhauser, Leiterin Bildung & Coaching, Amt für Arbeit Kanton St. Gallen
Nach Dem Grundsatz „Bildung und Beschäftigung“ erstellen stellensuchende Personen, die im Kanton St. Gallen in einem Programm zur vorübergehenden Beschäftigung sind, ein so genanntes Kompetenzenportfolio. An zwölf Kurstagen werden folgende Themen bearbeitet:
- Erkennen und Erfassen der formellen und informellen Kompetenzen;
- Ausarbeiten konkreter Tätigkeitsfelder zu den vorhandenen Kompetenzen;
- Erarbeiten von individuellen Stellensuchstrategien für eine erfolgreiche Reintegration in den Arbeitsmarkt.
In ihrem Referat stellt Doris Schaffhauser das Kompetenzenportfolio vor und spricht über seine Chancen und Grenzen. Dabei steht der Nutzen insbesondere für niedrigqualifizierte Stellensuchende im Vordergrund.

|