Immer wieder ist in komplexen Fällen unklar, ob eine Person ein gesundheitliches Problem hat, weil sie arbeitslos ist, oder ob sie arbeitslos ist, weil sie ein gesundheitliches Problem hat. Für diese Menschen ist es erniedrigend, zwischen verschiedenen «Zuständigkeiten» hin und her geschoben zu werden.Viel Know-how aus IV, ALV, Sozialwesen, Krankentaggeldversicherung und Suva hat sich Mitte November zum IIZ-Seminar 2004 in Thun eingefunden, um Erfahrungen aus kantonalen IIZ-Modellen zu diskutieren und zukunftsweisende Weiterentwicklungsmöglichkeiten aufzunehmen. Die Kernfrage war: Wie kann rascher, zielgerichteter und koordiniert gehandelt werden, um Menschen optimal in den ersten Arbeitsmarkt zu reintegrieren? Soll dies Erfolg haben, müssen Kompetenzen, Interessen (nicht zuletzt finanzielle), Profilierungen und Machtansprüche in eine gemeinsame, koordinierte Problemlösung für den betroffenen Menschen münden. Interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ) erfordert deshalb hohe Sozialkompetenzen aller professionell beteiligten Institutionen. Soll die Wiedereingliederung effektiv sein, ist die rasche und umfassende Abklärung der Situation ein Muss. Da sind neue Lösungswege nötig, interinstitutionelle aber auch interkantonale.
|